Lesetipp: Social Media Relations
Bernhard Jodeleit, Standortleiter in der Stuttgarter Dependance von fischerAppelt, liefert mit Social Media Relations: Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0 eine lesenswerte Social Media-Übersicht für Entscheider, PR-Verantwortliche und Unternehmenskommunikation.
Mit seiner jahrelangen praktischen Erfahrung weiß Jodeleit, wo Kunden der Schuh drückt und welche Tools und welches Vorgehen sich am besten für einen gelungenen Social Media-Start eignen. Etwas ungewöhnlich ist jedoch, dass in diesem Kompendium zunächst die Risiken eines Web 2.0-Engagements in den Vordergrund gerückt werden, ehe Jodeleit Chancen und Potenziale beleuchtet. Besonders hilfreich sind die Checklisten, die jeweils am Ende wichtiger Kapitel stehen und einen schnellen Erkenntnisgewinn sowie Transfer in die Praxis garantieren. Und wie es sich für ein Buch über Social Media gehört, fehlen natürlich auch nicht Hinweise, um über Inhalte und mit dem Autor selbst zu diskutieren – löblich!
Besonders ans Herz legt Jodeleit den Web 2.0-interessierten Firmen die Einrichtung eines Corporate Blogs sowie die Twitter-Nutzung. Beide Kapitel sind lebhaft geschrieben und mit sinnvoll layouteten Praxisbeispielen ausgestattet – so bekommen selbst Kenner/innen der Materie noch interessante neue Ansichten und Tools vermittelt. Doch im Kapitel über das Business-Netzwerk Xing offenbaren sich exemplarisch einige Schwächen des Buches: anstelle von Screenshots, die die im Text beschriebenen Einstellungen bebildern, erwarten den Leser Bleiwüsten und eine insgesamt wenig internetaffine Optik. Insgesamt hätte ein konsequenteres Layout die vielfach wichtigen Botschaften noch besser ins Licht rücken könne, so wird vom Leser mitunter (zu)viel Geduld verlangt.
Fazit: Jodeleits Buch richtet sich an Praktiker in Konzernen und Mittelstand, die gegenüber Kollegen und Vorgesetzten Sinn und Nutzen von Social Media-Aktivitäten verantworten müssen. Wer sich Zeit und Muße nimmt, wird dank der Indexierung und des “Blicks in die Zukunft” am Ende des Buches schnell wichtige Argumente pro Social Media finden und dennoch nicht zu den Schaumschlägern gehören, die dem Chef im nächsten Meeting schnelle Erfolge und sagenhaften Traffic versprechen. Noch mehr Screenshots und auch nur das Fetten von wichtigen Begriffen hätten die Lesbarkeit jedoch noch weiter erhöhen können.
Hinweis: Dieser Text erschien in leicht geänderter Form am 6.7.10 im Blog von WISM-Autor Jan C. Rode, Medienlotse.







