Blogging Tools für Eilige

25. August 2010 in Internet, Social Media, Trends von Daniel Friesenecker

Das Social Web lebt vom Austausch und davon, dass möglichst viele Menschen neue Inhalte generieren. Es muss ja nicht immer gleich ein Wordpress-Blog mit eigenem Hosting sein, um seine Texte, Fotos und Audiofiles zu publizieren. Einfache Webtools können da schon einen schönen Einstieg bilden. Hier also drei einfache Webtools zum Publizieren von Inhalten.

Posterous.com

Posterous steht im direkten Wettbewerb mit Plattformen wie Blogger und Wordpress. Ein einfaches Interface ermöglicht die Veröffentlichung von Artikeln. Ursprünglich stand hinter der Plattform die Idee mittels E-Mails zu bloggen, was natürlich noch immer funktioniert. Der Ablauf ist relativ einfach, Mail an eine „geheime“ E-Mail-Adresse schicken und schon ist der Inhalt dieses Mails auf dem Posterous-Account publiziert. Gerade in Zeiten in denen Smartphones und Netbooks und Tabletbooks zu ständigen Begleitern werden, ein zukunftsträchtiges Konzept.

Soup.io

Die wahrscheinlich einfachste Möglichkeit umfangreiche Sammlungen an Inhalten zu erstellen. Das Interface ist gefällig und einfach gehalten und bietet alles was man braucht: die Möglichkeit Texte, Bilder oder Links zu posten und los geht es. Der Account ist in wenigen Minuten eingerichtet und die Menüführung erlaubt auch gleich noch Premium-Zusatzdienste nachzukaufen. Freundeslisten anzulegen und Feeds zu Fremddiensten anzulegen ist ebenfalls (genau wie bei Posterous) unkompliziert möglich. Der Dienst wurde ursprünglich entwickelt um seine Netz-Fundstücke, in die persönliche “Suppe” zu werfen.

Flavors.me

Flavors.me ist im Wesentlichen nichts anderes als eine digitale Visitenkarte. Die kostenlose Basisversion bietet schon genügen Möglichkeiten um sich von andern „Standardusern“ zu unterscheiden. Ein eigenes Portraitfoto hochladen, den Account mit Flickr, Posterous, Twitter oder einem anderen der zahlreichen unterstützten Dienste verbinden und schon ist die digitale Visitenkarte fertig.

Egal welchen der oben genannten Dienste man nutzen mag, eines haben sie gemein, mit relativ wenig Zeitaufwand kann man ansprechende und gefällige Ergebnisse produzieren, und letztendlich ist es der Inhalt der darüber entscheidet ob Ihr Account besucht wird oder nicht.

Was ist eine Twitterwall?

18. Juli 2010 in Social Media, Twitter von Daniel Friesenecker

Twitterwalls sind im Grunde Zusammenfassungen über alle Tweets (Twitter-Nachrichten) die mit bestimmten Hashtags (Stichworten) versehen wurden. Twitterwalls werden beispielsweise  bei Veranstaltungen projiziert, sodass die virtuelle Diskussion via Twitter, der virtuelle Austausch zwischen Usern, plötzlich öffentlich in einem physischen Raum stattfindet. So haben BesucherInnen von beispielsweise Diskussionsveranstaltungen plötzlich die Möglichkeit, sind in die Diskussion einzubringen, Fragen zu stellen oder Argumente einzubringen ohne am Podium sitzen zu müssen.

Einfache Umsetzung

Umgesetzt ist eine Twitterwall relativ rasch. Als Veranstalter lege ich eine Hashtag, zB: #meinveranstaltungsname fest und kommuniziere diesen Hashtag über meine Website, Facebook, klassisch mit Aushängen vor Ort. Über Tools wie beispielsweise Twitterwallr (http://twitterwallr.com/) lasse ich dann automatisiert alle Tweets mit meinem Hashtag ausgeben. So bekomme ich einerseits einen Echtzeit-Überblick über all das was über mich gesprochen wird und mache die Twitter-User zu Mitgestaltern meiner Veranstaltung. Negative Meldungen lassen sich nämlich nicht löschen, ich muss reagieren, was letztendlich eine Auseinandersetzung mit den Wünschen meiner Besucher bedeutet. So wirkt das globale Internet plötzlich ganz lokal auf meine Veranstaltung.

Interessante Monitoringmöglichkeiten

Selbstverständlich lassen sich Twitterwalls nicht nur als Serviceinstrument einsetzen, sondern auch zum Monitoring bestimmter Themen. Interessiere ich mich beispielsweise für Socialmedia, lege ich mir eine Twitterwall an die den Hashtag #socialmedia für mich abgrast. Das Tool monitter.com erlaubt mir beispielsweise bis zu drei verschiedene Hashtags gleichzeitig im Auge zu behalten. Desktopapplikationen wir Tweetdeck bieten ebenfalls die Möglichkeit Hashtags in Echtzeit zu sammeln.

Lesetipp: Social Media Relations

9. Juli 2010 in Mittelstand, Social Media, Trends von Jan C. Rode

Bernhard Jodeleit, Standortleiter in der Stuttgarter Dependance von fischerAppelt, liefert mit Social Media Relations: Leitfaden für erfolgreiche PR-Strategien und Öffentlichkeitsarbeit im Web 2.0 eine lesenswerte Social Media-Übersicht für Entscheider, PR-Verantwortliche und Unternehmenskommunikation.

Mit seiner jahrelangen praktischen Erfahrung weiß Jodeleit, wo Kunden der Schuh drückt und welche Tools und welches Vorgehen sich am besten für einen gelungenen Social Media-Start eignen. Etwas ungewöhnlich ist jedoch, dass in diesem Kompendium zunächst die Risiken eines Web 2.0-Engagements in den Vordergrund gerückt werden, ehe Jodeleit Chancen und Potenziale beleuchtet. Besonders hilfreich sind die Checklisten, die jeweils am Ende wichtiger Kapitel stehen und einen schnellen Erkenntnisgewinn sowie Transfer in die Praxis garantieren. Und wie es sich für ein Buch über Social Media gehört, fehlen natürlich auch nicht Hinweise, um über Inhalte und mit dem Autor selbst zu diskutieren – löblich!

Besonders ans Herz legt Jodeleit den Web 2.0-interessierten Firmen die Einrichtung eines Corporate Blogs sowie die Twitter-Nutzung. Beide Kapitel sind lebhaft geschrieben und mit sinnvoll layouteten Praxisbeispielen ausgestattet – so bekommen selbst Kenner/innen der Materie noch interessante neue Ansichten und Tools vermittelt. Doch im Kapitel über das Business-Netzwerk Xing offenbaren sich exemplarisch einige Schwächen des Buches: anstelle von Screenshots, die die im Text beschriebenen Einstellungen bebildern, erwarten den Leser Bleiwüsten und eine insgesamt wenig internetaffine Optik. Insgesamt hätte ein konsequenteres Layout die vielfach wichtigen Botschaften noch besser ins Licht rücken könne, so wird vom Leser mitunter (zu)viel Geduld verlangt.

Fazit: Jodeleits Buch richtet sich an Praktiker in Konzernen und Mittelstand, die gegenüber Kollegen und Vorgesetzten Sinn und Nutzen von Social Media-Aktivitäten verantworten müssen. Wer sich Zeit und Muße nimmt, wird dank der Indexierung und des “Blicks in die Zukunft” am Ende des Buches schnell wichtige Argumente pro Social Media finden und dennoch nicht zu den Schaumschlägern gehören, die dem Chef im nächsten Meeting schnelle Erfolge und sagenhaften Traffic versprechen. Noch mehr Screenshots und auch nur das Fetten von wichtigen Begriffen hätten die Lesbarkeit jedoch noch weiter erhöhen können.

Hinweis: Dieser Text erschien in leicht geänderter Form am 6.7.10 im Blog von WISM-Autor Jan C. Rode, Medienlotse.

Was ist Wordpress?

8. Juli 2010 in Social Media von Daniel Friesenecker

Mit der unaufhörlichen Verbreitung von Blogs, wird vor allem ein CMS (=Content Management System) immer wieder genannt: Wordpress. Was ist Wordpress?

Das System wurde ursprünglich entwickelt um Blogs zu betreiben. Zielsetzung war es, sich rasch ändernde Inhalte einfach administrieren und veröffentlichen zu können. Darauf liegt der Fokus auch heute noch. Doch mit der Dynamisierung auch von Unternehmenswebseiten (kaum ein Unternehmen kann es sich leisten statische Informationen im Netz zu haben), wird Wordpress auch für kleine bis mittelgroße Unternehmen interessant. Im Vergleich zu CMS-Systemen wie TYPO3 oder Joomla!, ist Wordpress auch eine einfache Bedienbarkeit ausgelegt und schneller zu erlernen wie andere Systeme.

Einfachheit als Grundkonzept

Darin liegt wahrscheinlich auch das Geheimnis von Wordpress: es ist auf Einfachheit aufgebaut, selbst technisch untalentierte User können einfach Inhalte verbreiten, fortgeschrittene User können dank einfacher Erklärungen selbst Blogs aufsetzen und dank Plugins auch die Funktionalität der Blogs erweitern. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten, allzu exzessives Plugin-installieren kann die Leistung des selbst gehosteten Blogs schnell beinträchtigen und bei unsachgemäßer Wartung Sicherheitslücken öffnen – in diesem Fall ist man gut beraten sich Profis an Bord zu holen, oder sich zumindest tief in die mannigfaltig verfügbaren Foren und Fachblogs zur Wordpress einzulesen.

Linktipp

  • In der aktuellen Ausgabe der des Technikwürze.de Podcasts geben Frank Bültge und Vladimir Simovic (beide ausgewiesene Wordpress Experten) in gut 2 ½ Stunden einen guten Einblick über den Umfang der Möglichkeiten von Wordpress. >> zum Podcast

Was ist ein Social Media Newsroom?

30. Juni 2010 in Internet, Marketing, Social Media, Trends von Daniel Friesenecker

Ihren XING-Kontakten zeigen Social Media Newsrooms sind die logische Konsequenz draus, dass bei regelmäßiger Bespielung mehrerer Social Media Kanäle leicht ein Gefühl von Chaos und Unordnung auftreten kann. Die Aufgabe der Social Media Newsrooms ist einfach und übersichtlich die Aktivitäten eines Unternehmens auf einer übersichtlichen Seite zu sammeln und vielleicht sogar die Möglichkeit zur Diskussion zu bieten.

Mittlweile ist es relativ einfach geworden die Inhalte von Social Media Diensten auf der eigenen Website anzuzeigen. Warum also nicht die Fotos der letzen Firmenveranstaltung auf Flickr hochladen und auch auf der eigenen Website anzeigen. Oder die Präsentationen für die letzte Fachtagung auf Scribd zur Verfügung stellen und gleichzeitig im Social Media Newsroom als zusätzlichen Service für die eigenen Besucher bieten.

Jeder Medientyp hat seine Plattform

Die Möglichkeiten sind mittlerweile nahezu unbegrenzt, für jeden Medientyp gibt es eine eigene Plattform. Youtube für Videos, Scribd für Dokumente, Flickr für Fotos, und, und, und … Auch vor dem Hintergrund an möglichst vielen Orten im Netz gefunden zu werden und damit das Suchmaschinenranking der eigenen Website zu verbessern oder Interessierte so auf die eigene Website zu verweisen, macht es Sinn diese Dienste zu verknüpfen.

Warum ein Foto, wenn eine Bilderstrecke geht?

Gerade in der PR-Arbeit ist es unerlässlich möglicht viele relevante Informationen auf möglichst unkomplizierte Weise zur Verfügung zu stellen. Warum sich also darauf beschränken das ewig gleiche Foto für die Presseaussendung zur Verfügung zu stellen, wenn man Journalisten auch auf einfachstem Wege ganze Bildstrecken zur eigenen Auswahl überlassen kann. Nicht zuletzt kann man interessierten Website-Besuchern die Möglichkeit geben zu Unternehmensfragen Kommentare abzugeben, was Journalisten wiederum Recherchemöglichkeiten gibt und somit Arbeit abnimmt, was wiederum die Wahrscheinlichkeit einer Berichterstattung steigern.

Ein besonders gelungenes Beispiel eines aufgeräumten Social Media Newsrooms findet sich auf maiak.info

FIFA Fußball-WM 2010 Südafrika online erleben

11. Juni 2010 in Social Media von Jan C. Rode

Die FIFA Fußball-WM 2010 ist die erste in der Geschichte des Ballsports, die nahezu vollständig auch im Internet mitzuerleben ist. Gerade für Arbeitnehmer ist es immer ein wenig schwerer, die Spieltermine mit den eigenen Arbeitszeiten in Einklang zu bringen. Medienlotse Jan C. Rode hat für den WISM-Blog einige interessante Beispiele zusammengetragen, wie die FIFA Fußball-WM 2010 in Südafrika auch online zum echten Spektakel wird.

1. Spiele im Livestream
ARD und ZDF zeigen 46 der 64 WM-Spiele im öffentlich-rechtilchen Free-TV. Auch im Onlineangebot der Sender können Kurzentschlossene, Verhinderte oder Arbeitswütige noch in den Genuss von Fußball-Action kommen. Wichtig dafür sind ein schneller und stabiler Onlinezugang, denn es macht keinen Spaß, die Nachbarschaft schon Jubeln zu hören, wenn das eigene Bild Sekunden hinterherhängt oder gar ganz einfriert.

2. FIFA.com für Hintergrundinfos und Statistikfreaks
Wie schon beim WM-Turnier in Deutschland bietet die Seite der FIFA Highlights der Spiele, Interviews mit Trainern und Spielern sowie tonnenweise Hintergrundinfos und Statistiken. Wer die Live-Spiele also verpasst hat und sich schnell und neutral auf den neuesten Stand bringen möchte, ist hier also genau richtig.

3. Public Viewing finden
Fußball schauen macht gemeinsam sehr viel mehr Spaß. Wer in seiner Stadt nicht auf ein großes Fanfest zurückgreifen kann oder das Verschieben von Viererketten und die flache Doppelsechs doch lieber in einem wenig intimerem Rahmen verfolgt, kann auf den Seiten von Vodafone nach Public Viewing-Angeboten in seiner Nähe suchen. Auch Google Places bietet für Kneipenbesitzer die Möglichkeit, ihre Übetragung zu verzeichnen.

4. Spaß mit Tippspielen
Wer noch an beliebten Tipprunden teilnehmen will, muss sich beeilen. Nur noch bis zum Anpfiff des Eröffnungsspiels zwischen Südafrika und Mexiko am Freitag um 16 Uhr nehmen die meisten Anbieter noch die ersten Tipps an. Meedia hat eine Übersicht der besten Tippspiele zusammengestellt. Wer mit seinen Tipps jedoch richtig Geld verdienen und keine Sachpreise abräumen möchte, ist bei kommeziellen Anbietern jedoch besser aufgehoben. Auch immer wieder beliebt sind Börsenspiele, bei denen die Spieler Aktien der teilnehmenden Teams kaufen.

WISM-Autor Jan C. Rode bloggt als Medienlotse in seinem Blog täglich über Themen wie Social Media, Kommunikation und Mediennutzung.

Trendreport “Facebook, Marken & TV in Deutschland”

28. Mai 2010 in Facebook, Social Media von Finn Lehmann

Gastbeitrag von Daniel Kreuscher,

Zucker.Kommunikation GmbH, www.zucker-kommunikation.de

Einer jüngst veröffentlichten Befragung des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) zufolge werden Unternehmen im Jahr 2010 ihre Social Media-Budgets weiter steigern. Vor allem für die Markenkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit werden soziale Netzwerke wie Facebook immer wichtiger. Dieses Ergebnis überrascht nicht, die Bedeutung von Social Media für Marken und Unternehmen wird schon lange diskutiert. Dabei ist man in den USA – wie so oft – schon erheblich weiter. So haben sich beispielsweise weit über fünf Millionen Menschen auf Facebook als Fans zu den Marken Coca Cola und Starbucks bekannt. Wie aber sieht die Situation in Deutschland aus? Wie agieren Unternehmen und Marken hierzulande auf Facebook? Und wie werden die Fanpages angenommen? Diesen Fragen sind die Berliner PR-Agentur Zucker.Kommunikation, die Markenberatung Musiol Munziger Sasserath und Nielsen Deutschland für den Trendreport „Facebook, Marken und TV in Deutschland“ nachgegangen. In einer exemplarischen Woche im April wurden dafür 26 offizielle Fanpages solcher Marken untersucht, die zu den werbestärksten im deutschen Fernsehen zählen.

Zunächst einmal ist festzuhalten: Das Engagement der untersuchten Marken ist noch jung. Jede dritte Fanpage wurde …

Blogstorms – die Macht von Blogs

23. Mai 2010 in Internet, Marketing, Social Media von Daniel Friesenecker

Die meinungsbildende Macht von sozialen Netzwerken und Blogs ist mittlerweile vielfach dokumentiert. Benehmen sich Unternehmen daneben kann es schnell passieren, dass ein Posting in einem Blog unzählige Folgepostings in weiteren Blogs nach sich zieht und damit ein sogenannter „Blogstorm“ entsteht.

Jeder kann die Meinung über eine Marke beeinflussen

Je einfacher es wird einen eigenen Blog zu betreiben, desto mehr Menschen betreiben einen Blog und werden somit zu Meinungsbildnern. War es früher Journalisten und Medien vorbehalten Inhalte einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, so steht dies heute (theoretisch) jedem Otto-Normal-Verbraucher offen. Jeder unfreundliche Servicemitarbeiter, jedes falsche Marketingversprechen und jeder Fehler in der Unternehmenskommunikation kann dazu führen, dass ein verärgerter Kunde seinem Ärger im Rahmen eines Beitrags online Luft macht. Galt in den „guten alten“ offline-Zeiten noch, dass ein negatives Kundenerlebnis bis zu achtmal weitererzählt hat sich diese Zahl heute um ein vielfaches potenziert.

Viele Unternehmen versuchen derartige Negativ-Postings mittels Anwälten zu unterbinden, was in vielen Fällen nach hinten losgeht. Denn Blogger sind eine eingeschworene Gruppe und wissen um den Einfluss ihrer Blogs die, eine entsprechende Verbreitung und gutes Google-Ranking, vorausgesetzt auch die Berichterstattung in konventionellen Medien beeinflussen können.

JAKO und der Reinfall

Der mittelständische Sportartikelhersteller JAKO musste dies an der eigenen Marke erfahren. Nachdem gegen ein negatives Blogposting vorgegangen wurde und nach dessen Löschung der Text noch immer im Speicher eines RSS-Dienstes aufgetaucht war, ging das Unternehmen juristisch scharf vor. Dies führte dazu, dass sich unzählige Blogger mit der Causa auseinandersetzen und schlussendlich auch große Tageszeitungen darüber berichteten. Der Schaden an der eigenen Reputation war immens.

Blogger als Botschafterder Marke

Blogger-Relationship-Kampagnen können aber auch dazu führen Marken und Produkte mit Hilfe von Bloggern positiv zu vermarkten und so die Vernetzung positiv zu nutzen. So nutzten die Vermarkter des „Neat-Scanner“ Blogger als Botschafter des Produkts und ließen diese über das Produkt schreiben. In einem zweiten Durchgang wurden drei Blogs diese Scanner für Verlosungen zur Verfügung gestellt – Bedingung für die Verlosung: entweder einen Blogbeitrag über das Produkt schreiben, oder mögliche Einsatzgebiete des Scanners unter der Artikelbeschreibung posten. Das Ergebnis waren Einträge auf über 80 weiteren Blogs und mehr als 1000 Kommentare.

Einige Grundregeln der Markenkommunikation im Zusammenhang mit Blogs

  • Authentische und ehrliche Kommunikation
  • Negative Postings offen aufnehmen und freundlich kommentieren
  • Verbesserungspotential als Chance begreifen
  • bezahlten Content in Fremdblogs als Werbung kennzeichnen
  • Die Chancen suchen und nicht vor der Entwicklung verstecken – gesprochen wird über die Marke auch, wenn Sie sich nicht aktiv beteiligen

Was ist Social Media Monitoring?

19. Mai 2010 in Internet, Marketing, Mittelstand, Social Media, Technologie, Twitter von Jan C. Rode

Sobald sich Firmen oder Marken dazu entschieden haben, im Social Web aktiv zu werden, stellt sich die Frage nach dem Nutzen. Unter Social Media Monitoring (SMM) werden deshalb alle Maßnahmen zusammengefasst, die sich mit der Analyse und Auswertung der Aktivitäten innerhalb von Social Media beschäftigen.

1. Was bringt Social Media Monitoring?
SMM ermöglicht zunächst die Beobachtung des weiten Social Media-Feldes. Firmen können so Eindrücke über die Gespräche gewinnen, die über ihre Marke, Unternehmen oder Geschäftsgebaren geführt werden. Darüber hinaus kann SMM auch helfen zu erkennen, welchen Herausforderungen sich Branche und Konkurrenz in Zukunft stellen müssen. Des Weiteren gibt es bereits erste Ansätze mittels SMM auch eine Art von Marktforschung zu betreiben.

2. Wie sieht ein wirkungsvolles Social Media Monitoring aus?
Idealerweise gliedert sich das SMM in drei Komponenten. Die technische Komponente des Monitoring kann auf freie Software wie Addictomatic, Google Alerts, Technorati, Surchur oder Socialmention zurückgreifen. Ebenfalls hilfreich sind Link-Aggregatoren wie Delicious oder RSS-Feeds wie der Google Reader. Daneben gibt es natürlich noch kostenintensivere Varianten, die sich eher an finanzstarke Firmen wenden: Radian6, Crimson Hexagon, Alterian/Techrigy SM2, Brandwatch and Buzzlogic (via CorpsComms) oder der SPSS Modeler von IBM sind die bekanntesten Tools. Nicht zu vernachlässigen ist zudem die menschliche Komponente, denn die gewonnenen Daten müssen ausgewertet und anhand der Unternehmensstrategie (strategische Komponente) bewertet werden. Das ist schon eher eine kreative Leistung, denn eine Technologie.

3. Wie hängen Social Media Monitoring und der Return on Invest zusammen?
Da letztlich alle unternehmerischen Aktivitäten vor dem Controlling gerechtfertigt werden müssen, ist es sinnvoll, die Social Media-Aktivitäten einer Firma nach betriebswirtschaftlichen Maßnahmen zu evaluieren. Derzeit gibt es noch keine allgemeingültige Definition für den Return on Invest (ROI), die etwa dem aus der Werbung bekannten Tausender-Kontakt-Preis (TKP) entspricht. SMM kann aber dabei helfen, Schlüsselnutzer und Influencer innerhalb der Kommunikation zu identifizieren und somit zu einer behelfsmäßigen ROI-Form zu kommen.

4. Welche Grenzen hat Social Media Monitoring?
Eine vollständige Auslesung aller User-Daten können nur die Netzwerkbetreiber selbst (Facebook, Twitter) vornehmen, darüber hinaus sollen diese auch zur Grundlage kommender Geschäftsmodelle werden. Für Firmen wird es also schwer möglich, diese Daten auszulesen und für das Behavioural Marketing zu nutzen. Im Zuge der derzeitigen Diskussionen rund um Datenschutz und Datensicherheit ist jedoch auch davon abzuraten, in Zukunft auf Angebote zur Nutzung von User-Daten ohne der vorherigen Möglichkeit zum Opt-Out einzugehen. SMM sollte nicht betrieben werden, um Daten zu sammeln und den eigenen Absatz zu steigern, sondern dabei helfen, die Kommunikationsformen im Internet und innerhalb von Social Media besser zu verstehen. Wer das Netz nicht als eigenes System mit eigenen Regeln begreift, wird bei der 1:1-Übertragung von Strukturen und Ansprüchen der „alten“ Welt auf die Nase fallen.

Autor Jan C. Rode ist selbst Social-Media-Aktivist und berichtet in seinem Blogüber aktuelle Entwicklungen und Themen rund um Social Media, Kommunikation und Mediennutzung. Der promovierte Historiker berät Firmen und Einzelpersonen rund um Fragen des Web 2.0.

Was ist Crowdsourcing

13. Mai 2010 in Social Media, Trends von Daniel Friesenecker

Crowdsourcing funktioniert frei nach dem Motto: „Viele wissen mehr, als einer allein“. Viele Personen die nicht oder nur gering bezahlt sind, beschäftigen sich mit der Lösung von Problemen und profitieren somit von den Lösungen anderer. Die Masse bringt so in kurzer Zeit qualitativ hochwertige Lösungen zustande, die die Einzelperson, allein schon aus dem Fehlen der Ressourcen, heraus nicht liefern hätte können.

Crowdsourcing ist keine exotische Arbeitstechnik die fernab des Alltags stattfindet. Das wohl bekannteste Projekt, die auf dem Wissen viele basiert ist Wikipedia. Fast ausschließlich von den Usern geschriebene Artikel und Beiträge zu allen Themen bilden so eine Wissensdatenbank, die trotz aller Kritik an Wikipedia, bisher keine Konkurrenz gefunden hat. Andere Beispiele sind offene Content-Management Systeme wie Wordpress oder Joomla!, die umfangreichen Erweiterungen werden nicht von einem zentralen Unternehmen entwickelt, sondern kommen aus der Community heraus. Nicht zuletzt bedienen sich der App-Store von Apple und der Android Market einer umfangreichen Community von App-Entwicklern.

Crowdsourcing als Geschäftsidee

Natürlich haben auch viele Unternehmen bereits erkannt, dass Crowdsourcing ein relevanter Faktor sein kann. So lässt der T-Shirt Vertrieb spreadshirt.com beispielsweise T-Shirts von seinen Usern entwerfen und bietet ihnen dafür ein Provision.

Tchibo hat mit „Tchibo Ideas“ einen anderen Zugang gefunden. Jede Woche steht für die Besucher der Website die „Aufgabe des Monats“ und die „Lösung des Monats“ zur Wahl. So generiert die Masse einerseits Produktideen und vermittelt Tchibo welche Produkte nachgefragt sind, andererseits bietet die Community auch gleich die Lösung für die teils ungewöhnlichen Anfragen. Als Belohnung für besonders gute Ideen bzw. Lösungen warten Geldpreise im Bereich von € 1.000 bis € 2.000. Für die Unternehmen somit auch noch ein gutes Geschäft im Vergleich zur Anstellung von Professionalsten.

Langfristig wird Crowdsourcing zwar nicht die Arbeit von Profis ersetzen, nicht zuletzt aufgrund oft fehlendem Detailwissen, aber sie kann gute Ansätze und Ideen liefern die zu einer nachhaltigen Weiterentwicklung führen können.